Beitrag Meilener Anzeiger: Früherkennung rettet Leben

Denise Beck • 10. Oktober 2025

Der Oktober ist pink – im Brustkrebsmonat Oktober nutzen die Krebsliga und Ärztinnen und Ärzte die Chance, das Bewusstsein um die Krankheit zu fördern und betroffene zu unterstützen.

Denn Brustkrebs betrifft viele Frauen – auch hier am Zürichsee. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der Schweiz. 2024 erhielten 6’617 Frauen diese Diagnose – etwa jede neunte Frau ist im Laufe ihres Lebens betroffen. Dank moderner Diagnostik und Therapie sind die Heilungschancen heute aber sehr gut.


Früherkennung ist entscheidend

Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto schonender und erfolgreicher kann er behandelt werden. Neben der Selbstuntersuchung und der jährlichen gynäkologischen Kontrolle ist die Mammographie das wichtigste Instrument. Neu wird empfohlen, das Screening bis zum Alter von 75 Jahren fortzuführen – ein wichtiger Schritt, um auch bei älteren Frauen Tumoren rechtzeitig zu erkennen. Ein Knoten in der Brust ist nicht immer bösartig, dennoch sollte jede neu tastbare Veränderung, besonders nach der Menopause, zeitnah ärztlich abgeklärt werden.


Moderne Behandlungsmethoden

Brustkrebs ist keine Notfallsituation – es bleibt Zeit, die Therapie sorgfältig zu planen. Operation, medikamentöse Therapie und Bestrahlung werden individuell kombiniert und sind zentrale Elemente des multimodalen Behandlungskonzepts. Ein wichtiges Ziel in der Behandlung ist, eine Übertherapie zu vermeiden. Heute stehen schonende Operationstechniken zur Verfügung, die oft brusterhaltend sind. In ausgewählten Fällen kann auf eine Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle verzichtet werden. Auch die Bestrahlung ist gezielter geworden: moderne Geräte und optimierte Schemata schonen gesundes Gewebe und reduzieren Nebenwirkungen. Die medikamentöse Therapie wird zunehmend individuell angepasst, um wirksam zu behandeln und das Überleben zu verbessern, ohne die Lebensqualität stark einzuschränken.


Gemeinsam entscheiden

Wichtig ist, dass die Wünsche, Bedürfnisse und persönlichen Lebensumstände der Patientin von Beginn an in die Therapieplanung einfliessen. Früherkennung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Brustkrebsbehandlung. Wer Veränderungen an der Brust ernst nimmt und regelmässig Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, erhöht die Chance, einen Tumor in einem frühen, gut behandelbaren Stadium zu entdecken. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto schonender sind die Therapien – und desto besser stehen die Heilungschancen.

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Ein Termin zur Vorsorge kann sich ganz unterschiedlich anfühlen: für manche ist er eine vertraute Routine, für andere der erste Besuch in einer gynäkologischen Praxis oder mit Fragen, die lange aufgeschoben wurden. Was passiert bei gynäkologischer Vorsorgeuntersuchung? Vor allem geht es darum, Ihre Gesundheit aufmerksam zu begleiten, Veränderungen früh zu erkennen und Raum für die Themen zu schaffen, die Sie persönlich beschäftigen. Eine gute Vorsorge folgt dabei keinem starren Ablauf. Ihr Alter, Ihre Beschwerden, Ihre Lebensphase, Vorerkrankungen, Familiengeschichte und Wünsche bestimmen, welche Gespräche und Untersuchungen sinnvoll sind. Nichts sollte ohne Ihre Einwilligung geschehen. Was passiert bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung? In der Regel beginnt der Termin mit einem persönlichen Gespräch. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fragt beispielsweise nach dem Zyklus, Blutungen, Schmerzen, Ausfluss, Verhütung, Kinderwunsch, Sexualität, Medikamenten und bekannten Erkrankungen. Auch Veränderungen der Brust, Beschwerden beim Wasserlassen, Fragen zu den Wechseljahren oder eine familiäre Belastung mit Brust- oder Eierstockkrebs können wichtig sein. Sie entscheiden selbst, was Sie ansprechen möchten. Gerade bei sehr privaten oder belastenden Erfahrungen braucht es Zeit, Klarheit und einen geschützten Rahmen. Sie dürfen jederzeit sagen, wenn Ihnen eine Frage zu persönlich ist oder Sie eine Untersuchung nicht möchten. Medizinische Vorsorge ist nur dann gut, wenn sie fachlich sinnvoll ist und sich für Sie respektvoll anfühlt. Nach dem Gespräch folgt je nach Anlass eine körperliche Untersuchung. Dafür können Sie sich in Ruhe umziehen. Ein Tuch oder ein langer Rock kann helfen, wenn Ihnen mehr Bedeckung Sicherheit gibt. Fragen Sie gern vorab, welche Schritte geplant sind und warum. Die Untersuchung der äusseren und inneren Geschlechtsorgane Zunächst wird häufig die äussere Genitalregion beurteilt. Dabei achtet die Ärztin oder der Arzt etwa auf Hautveränderungen, Entzündungszeichen, kleine Verletzungen oder Auffälligkeiten, die Juckreiz, Brennen oder Schmerzen erklären könnten. Für die Untersuchung der Scheide und des Muttermunds kann ein Spekulum verwendet werden. Dieses Instrument hält die Scheidenwände vorsichtig auseinander, damit der Muttermund sichtbar wird. Es kann sich ungewohnt anfühlen, sollte aber nicht stark schmerzen. Sagen Sie sofort Bescheid, wenn Druck, Schmerzen oder Angst auftreten. Oft helfen eine andere Grösse des Spekulums, eine langsamere Untersuchung, eine andere Position oder eine Unterbrechung. Bei einer Tastuntersuchung werden Gebärmutter und Eierstöcke über die Scheide und gleichzeitig über die Bauchdecke beurteilt. So lassen sich zum Beispiel Druckschmerzen, eine vergrösserte Gebärmutter oder grössere Zysten manchmal erkennen. Diese Untersuchung ist nicht in jeder Lebensphase und nicht bei jedem Termin notwendig. Bei Jugendlichen oder Menschen ohne vaginale Beschwerden steht häufig zunächst das Gespräch im Vordergrund; eine innere Untersuchung erfolgt nur bei medizinischem Grund und mit Zustimmung. Abstrich: Wann Pap- und HPV-Test sinnvoll sind Ein Abstrich vom Muttermund dient der Früherkennung von Zellveränderungen, aus denen sich unbehandelt über viele Jahre Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann. Beim Pap-Test werden Zellen untersucht. Ein HPV-Test prüft auf bestimmte humane Papillomviren, die für die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Ob und in welchem Abstand ein Test empfohlen wird, hängt von Alter, früheren Befunden, Impfstatus, individuellen Risiken und den geltenden Empfehlungen ab. Ein Abstrich gehört deshalb nicht automatisch zu jeder Vorsorge. Ein auffälliges Resultat bedeutet zudem nicht automatisch Krebs. Häufig handelt es sich um vorübergehende Veränderungen, die kontrolliert oder gezielt abgeklärt werden. Wenn ein Abstrich geplant ist, kann es hilfreich sein, den Termin nicht gerade während einer stärkeren Menstruationsblutung zu vereinbaren. Bei akuten Beschwerden hat die Untersuchung natürlich trotzdem Vorrang. Brustvorsorge: aufmerksam untersuchen, gezielt abklären Die Brust wird im Gespräch und bei Bedarf durch Abtasten beurteilt. Die Ärztin oder der Arzt achtet auf Knoten, Verhärtungen, Haut- oder Brustwarzenveränderungen sowie auffällige Lymphknoten. Sie selbst kennen Ihre Brust am besten: Eine neu tastbare Veränderung, ein Einziehen der Haut oder Brustwarze, blutiges Sekret oder eine anhaltende einseitige Veränderung sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Nicht jede Veränderung ist bösartig. Hormonelle Schwankungen, Zysten oder gutartige Knoten sind häufig. Ob zusätzlich ein Ultraschall, eine Mammografie oder eine weiterführende Untersuchung nötig ist, richtet sich nach dem Befund, dem Alter, der Brustdichte und dem persönlichen Risiko. Bei einer familiären Häufung von Brust- oder Eierstockkrebs kann eine genetische Beratung sinnvoll sein. Ultraschall und Labor: nicht Routine um der Routine willen Ein vaginaler Ultraschall kann Gebärmutter, Gebärmutterschleimhaut und Eierstöcke sehr genau darstellen. Er ist besonders hilfreich bei Schmerzen, starken oder unregelmässigen Blutungen, einem auffälligen Tastbefund, Myome, Endometriose oder Zysten sowie bei Fragen rund um Kinderwunsch und Wechseljahre. Als pauschale Untersuchung bei jeder beschwerdefreien Vorsorge ist er jedoch nicht immer erforderlich. Dasselbe gilt für Bluttests und Abstriche auf sexuell übertragbare Infektionen. Ein Test auf Chlamydien, Gonorrhö, HIV oder andere Infektionen kann sehr sinnvoll sein - etwa bei Beschwerden, einem neuen Sexualkontakt, ungeschütztem Verkehr oder einer Schwangerschaft. Welche Untersuchung passt, wird am besten vertraulich und ohne Wertung besprochen. Wie oft ist gynäkologische Vorsorge empfehlenswert? Viele Patientinnen vereinbaren einen Termin einmal jährlich, um ihre Fragen, Beschwerden und Vorsorgethemen zu besprechen. Der passende Abstand ist aber individuell. Wer bereits auffällige Befunde hatte, eine chronische Erkrankung wie Endometriose , hormonell verhütet oder in den Wechseljahren neue Beschwerden entwickelt, benötigt möglicherweise eine andere Begleitung als jemand ohne Symptome und ohne besondere Risiken. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Vorsorge und Abklärung. Neue starke Schmerzen, Blutungen nach den Wechseljahren, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, auffälliger Ausfluss, ein Knoten in der Brust oder ein anhaltendes Druckgefühl im Becken sollten nicht bis zum nächsten Routinetermin warten. Hier geht es um eine zeitnahe diagnostische Einschätzung. Ihre Rechte während der Untersuchung Sie dürfen vor jedem Schritt erfahren, was untersucht wird und welchen Nutzen die Untersuchung hat. Ihre Einwilligung kann jederzeit zurückgezogen werden, auch mitten im Termin. Sie können um eine Pause bitten, eine Begleitperson mitbringen, eine Untersuchung in mehreren Schritten planen oder eine zweite Meinung einholen. Wenn Sie sexuelle Gewalt erlebt haben, Schmerzen beim Eindringen kennen, sehr angespannt sind oder schlechte Erfahrungen im medizinischen Umfeld gemacht haben, teilen Sie dies nur mit, soweit es sich für Sie richtig anfühlt. Schon ein kurzer Hinweis ermöglicht es dem Behandlungsteam, besonders behutsam vorzugehen. Ihre Würde und Ihr Sicherheitsgefühl sind keine Nebensache, sondern Teil einer guten medizinischen Versorgung. So können Sie sich auf den Termin vorbereiten Eine besondere Vorbereitung ist meist nicht nötig. Hilfreich kann es sein, Fragen vorab zu notieren und den ersten Tag der letzten Menstruation zu kennen. Bringen Sie, falls vorhanden, Informationen zu Medikamenten, Allergien, früheren Befunden oder einer familiären Krebserkrankung mit. Wenn Sie Verhütung , Kinderwunsch oder Beschwerden besprechen möchten, notieren Sie auch, wann diese auftreten und was sie verstärkt oder lindert. Bei der Arztpraxis Seeblick steht nicht die möglichst schnelle Standarduntersuchung im Mittelpunkt, sondern eine fachlich präzise und persönliche Beratung. Vorsorge darf Ihnen Orientierung geben - und sie darf genau die Fragen einschliessen, für die im Alltag sonst kein guter Moment bleibt.
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